Endlich ist es soweit: Dein neuer Hund zieht ein! Vielleicht ist es ein Welpe, vielleicht auch ein älterer Hund aus dem Tierschutz. So oder so, die Vorfreude ist riesig. Damit ihr die ersten Tage möglichst stressfrei und so entspannt wie möglich erleben und von Anfang als Team zusammen wachsen könnt, kommen hier meine Top Tipps für den Einzug und die erste gemeinsame Zeit.
Die ersten Schritte ins neue Zuhause
Dein neuer Hund und du kommt endlich bei dir zu Hause an und natürlich möchtest du ihm sofort alles in seinem neuen Zuhause zeigen, also geht’s schnell rein mit dem Kleinen.
An dieser Stelle kommt mein erster Tipp: Bevor du mit deinem neuen Hund in deine Wohnung gehst, suche euch – entweder im eigenen Garten oder einer öffentlichen Wiese – eine ruhige Stelle, an der sich dein Hund lösen kann. Und dann bleibt dort auch ruhig einige Minuten mit deinem Hund stehen. Gerade Welpen und junge Hunde vergessen in ihrer Aufregung über die neue Umgebung schnell mal, dass sie eigentlich strullern müssen.
Ist alles erledigt, kann es nach drinnen gehen.
Gewissenhaft, wie du bist, hast du in den letzten Tagen schon die Stromkabel so verstaut, dass dein Welpen nicht mehr daran knabbern kann und auch die giftigen Zimmerpflanzen hoch gestellt. Bleib beim Erkunden der Wohnung trotzdem immer bei deinem Welpen.
Zum einen gibt es doch immer mal die einer oder andere Ecke, in der man ein Kabel übersehen hat (ich sprech‘ da aus Erfahrung) und zum anderen möchtest zeigst du deinem Hund so von Anfang an, dass du bei ihm bist und ihr gemeinsam die neuen Dinge erkundet.
Wenn ein neuer Hund einzieht gibt es meist auch viele Familienmitglieder und Freunde, die das neue Familienmitglied begrüßen möchten. Damit es für deinen Hund nicht zu viel wird, möchte ich dir ans Herz legen, deinem Hund erst einige Tage Zeit zu geben, sich an sein in seinem neuen Zuhause zurecht zu finden. Danach kann er dann entspannter mit den neuen Menschen, die ihn besuchen, auseinandersetzen.
Etwas für uns häufig sehr besonderes ist die erste Futterzeit im neuen Zuhause. Man bereitet das Futter vor, stellt es dem Hund hin und dann… bleiben wir direkt neben dem Napf stehen, schauen unseren Hund und den Napf abwechselnd an. Und unser Hund traut sich nicht so recht an den Napf ran.
Schnell kommen die ersten Zweifel auf. Stimmt was mit dem Futter nicht? Geht’s dem Welpen nicht gut? Und man versucht dem Hund den Napf noch etwas dichter ran zu schieben und und und.
Doch die Lösung ist viel einfacher: Viele Hunde sind in neuen Umgebungen erstmal vorsichtig. Stellen wir den Napf zwischen uns und dem Hund auf dem Boden und bleiben dann stehen, denkt der Hund, es ist unser Futter und geht nicht ran. In solchen Momenten hilft es, ein paar Schritte vom Napf weg zu gehen und den Hund nicht mehr direkt anzuschauen.
Die erste Woche
In der ersten Woche, besser gesagt in den ersten Wochen, lernen dein Hund und du euch gegenseitig immer besser kennen. Du kannst Stück für Stück mit ihm den ersten Besuch von Freunden oder Familie empfangen und so sehen, wie dein Hund mit fremden Menschen klar kommt. Wenn es ihn sehr stresst, verteile die Besucher auf mehrere Tage mit Pausentagen zwischendrin. So schützt du deinen Hund vor Überforderung und er hat die Chance ihm fremde Menschen als etwas schönes kennen zu lernen.
Aus meiner Sicht einer der wichtigsten Grundsätze in dieser Zeit: Wenn es bestimmte Sachen gibt, die dein Hund nicht tun darf, dann darf er sie von Anfang an nicht tun. Und nicht erst ab dem Moment nicht mehr, wenn er „angekommen“ ist.
Nehmen wir als Beispiel an, dass du nicht möchtest, dass dein Hund sich auf die Couch legt. Lernt er vom ersten Tag an, dass die Couch tabu ist, ist diese Regel für ihn viel einfacher zu verstehen, als wenn er die erste Woche immer wieder mit auf die Couch durfte und dann plötzlich nicht mehr. Und natürlich wird er viel häufiger ausprobieren, ob er nicht doch wieder mit der auf die Couch darf, wenn er das vorher durfte. Denn diese Regel macht für deinen Hund dann erst mal keinen Sinn. An seine matschigen Pfoten und das nasse Fell nach dem Regen denkt er eben nicht.
Ja, es ist wirklich schwer, in solchen Punkten konsequent zu bleiben, wenn man mit den niedlichsten Kulleraugen der Welt angeguckt wird. Aber du hilfst deinem Hund nicht die Grundregeln zu verstehen, wenn du sie immer wieder aufweichst. Und machst es dir selbst auch schwerer deinem Hund verständlich zu machen, was du von ihm erwartest.
Gerade bei Welpen steht meist kurze Zeit nach dem Einzug der erste Tierarztbesuch mit dir an, damit dein Welpe seine nächste Impfung bekommt. Viele Tierarztpraxen bieten mittlerweile sogenannte „Happy Visits“ an, bei denen du mit deinem Welpen zu einem kurzen Besuch vorbei kommst. Dein Welpe darf dann den Behandlungsraum ausgiebig beschnuppern, bekommt ein paar Kekse von dem*der Tierärzt*in und dann geht’s schon wieder nach Hause. Und erst beim nächsten Besuch gibt’s dann den kleinen Pieks. Nimm solche Angebote deiner Tierarztpraxis gerne in Anspruch oder Frage nach, ob du zu einem kurzen Termin zum Kennenlernen mit deinem Welpen vorbei kommen kannst, ohne dass etwas Unangenehmes passiert. So legst du den Grundstein, dass dein Hund in der Praxis entspannt bleibt.
Bei diesem Besuch kannst du dich dann auch bezüglich eines wirksamen und für deinen Hund geeigneten Zeckenschutz und der passenden Entwurmung erkundigen.
Hundeschule Ja oder Nein?
Die Frage nach dem Besuch einer Hundeschule stellt sich meist kurz nach dem Einzug des Hundes und hängt von einigen Faktoren ab.
Wenn ein Welpe bei dir eingezogen ist, der noch ganz viel lernen muss und du Erst-Hundehalter*innen bist, kann der Besuch einer Hundeschule eine große Hilfe sein. Auch dann, wenn es darum geht, dass der Welpe andere Hunde kennenlernt und gute Hundekontakte erleben kann.
Ist dein neuer Hund schon etwas älter und grundsätzlich erzogen, ist eine Hundeschule aus meiner Sicht kein Muss, kann aber auch in diesem Fall eine Bereicherung für dich und deinen Hund sein. Ein gemeinsames Hobby lässt dich und deinen Hund als Team noch mehr zusammenwachsen.
Wenn du einen Hund bei dir aufgenommen hast, der bekannte Probleme mitbringt, dann empfiehlt sich auf jeden Fall eine Hundeschule.
Wie du eine passende Hundeschule findest, kannst du in diesem Blogartikel erfahren.
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