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Dein Hund zieht an der Leine und du glaubst, er bringt dich damit noch mal ins Krankenhaus? Mach endlich Schluss damit.

von | Juli 11, 2026 | Probleme & Lösungansätze

Lesedauer: 5 Minuten

Mit diesem Gedanken liegst du gar nicht so falsch. An der Leine ziehen ist ziemlich gefährlich.
Eine Studie der John Hopkins Universität hat z.B. heraus gefunden, das rund eine halbe Million Menschen in den USA zwischen 2001 und 2020 im Krankenhaus landeten, weil ihr Hund an der Leine gezogen hat oder sie sich durch ihn in der Leine verwickelt haben. Auch in Groß Britannien gab es eine Übersichtsstudie, die sich mit Verletzungen durch Gassi gehen beschäftigt hat. Das Ergebnis: Allein in den Jahren 2012 bis 2024 waren es rund 490.000 Verletzungen.

Kein Wunder also, dass das Ziehen an der Leine für nahezu jede*n Hundehalter*in ein Thema ist. Auch wenn wir uns vielleicht nicht dem wirklichen Gefahrenpotenzial bewusst sind, es nervt doch gewaltig.
Man wünscht sich mit dem Hund entspannt spazieren zu gehen, doch stattdessen artet es immer wieder in ein Tau ziehen aus.

Doch, warum ist das eigentlich so?

Position, Orientierung & Leinenspannung – Alles klar?

Hast du schon mal einen Hund einem anderen ein Halsband und Leine um den Hals legen und dann mit ihm durch die Gegend laufen sehen? Ich auch nicht.
Und genau dieser Punkt macht die Leinenführigkeit für Hunde so schwer zu verstehen. Es ist ein menschengemachtes Konzept. Um es zu verstehen, braucht dein Hund deine Hilfe.

Meist denkt man bei der Leinenführigkeit an die Spannung auf der Leine. Du möchtest weder, dass dein Hund dich permanent durch die Gegend zieht, noch dir die Schulter ausreißt, weil er plötzlich nach vorne spring. Absolut verständlich. Und doch gibt es zwischen der „lockeren Leine“ und dem „Leine ziehen“ unheimlich viele Graustufen und Möglichkeiten die Leinenführigkeit zu gestalten.
Damit du deinem Hund erklären kannst, wie du dir das mit der Leinenspannung wünschst, beantworte im Anschluss diese Frage für dich:
Wie doll darf sie sich denn spannen, die Leine? Soll sie immer durchhängen? Darf leichter Zug drauf kommen, dass du es in deiner Hand bemerkst? Oder vielleicht etwas mehr, dass du leicht mit dem Arm nachgibst?

Auch im nächsten wichtigen Punkt für die Leinenführigkeit gibt es mindestens genau so viele Graustufen. Nämlich bei der Frage „Wo darf dein Hund denn an lockerer Leine laufen?“ Vor dir, neben dir oder nur hinter dir? Nur auf der Seite, in dessen Hand du die Leine hältst oder genau umgekehrt?

Nero, unser erster Hund, lief gut an entspannter Leine und durfte dabei sowohl vor als auch hinter uns laufen, als unser zweite Hund Loki als Welpe bei uns einzog. Wir hatten uns keine großen Gedanken mehr um die Leinenführigkeit gemacht. So wie wir es mit Nero hielten, wollten wir es auch Loki beibringen. Doch schnell merkten wir, dass Loki, sobald er hinter uns lief, jeglichen Blödsinn in die Schnute nahm und fressen wollte. So entschieden wir uns, dass Loki erst einmal nicht mehr hinter uns laufen sollte.
Und so, wie wir uns entschieden haben, solltest du auch eine Entscheidung treffen, wo denn dein Hund laufen soll. Das muss, wie du siehst, keine Entscheidung für den Rest eures Zusammenlebens sein, aber es ist wichtig, dass du dich überhaupt einmal entscheidest. Nur so findest du für dich und deinen Hund Klarheit, was richtig ist und was nicht. Und kannst es trainieren.

Die Orientierung deines Hundes an dir komplettiert die Leinenführigkeit. Hiermit meine ich, wie gut dein Hund aufpasst, wie schnell du läufst, ob du anhältst, die Richtung wechselst oder oder oder…
Und auch in diesem Punkt gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht ist es für dich völlig okay, wenn dein Hund schnuppert und nicht weiter auf dich achtet, solange du ihn ansprechen und ihm sagen kannst, dass ihr anhalten oder umdrehen wollt. Vielleicht möchtest du auch lieber, dass dein Hund auf dich achtet ohne, dass du etwas sagen musst.
So oder so, auch in diesem Punkt musst du dir Gedanken machen, wie du es dir wünschst, damit es am Ende klappen kann.

Leinenführigkeit ist für unsere Hunde, gerade zu Beginn, eine große Aufgabe. Denn neben all den Punkten, die sie richtig machen sollen, müssen sie auch noch all den Ablenkungen am Wegesrand, anderen Hunden und Menschen widerstehen.
Da wird es gleich noch viel grandioser, wenn sie es können, oder?

Leinenfuehrigkeit Hundetraining Elmshorn Itzehoe Wilster

Mit Konsequenz und Klarheit zum Ziel

Beim Hundetraining ist es wie im Sport. Trainieren wir konstant und konsequent auf unser gestecktes Ziel hin, kommen wir dort auch an. Lassen wir uns von zu vielen Kinoabenden und leckerem Cheesecake ablenken oder wissen gar nicht, was wir eigentlich wollen, wird’s nichts. Oder es dauert zumindest deutlich länger als wir gehofft hatten.

Gibst du deinem Hund immer wieder nach, wenn er an der Leine zieht, um auf die andere Seite des Weges zu kommen, weil es dort doch so viel spannender riecht. Und du denkst dir „Ach, dieses eine Mal, lass ich ihn. Er soll auch auch mal Hund sein dürfen.“. Zack, hast du euer Training wieder ein paar Schritte nach hinten katapultiert. Denn dein Hund konnte lernen: Ziehen bringt mich ans Ziel. Genau das Gegenteil von dem was du dir wünschst.

Je klarer du für dich weißt, an welcher Position mit wie viel Leinenspannung und wie großer Aufmerksamkeit dein Hund für dich leinenführig läuft, desto besser kannst du es ihm beibringen – vorausgesetzte auch du hältst dich an die festgelegten Punkte.

Du möchtest endlich mit deinem Hund an entspannter Leine Gassi gehen?
Dann nimm dir jetzt 5 Minuten Zeit, einen Zettel und Stift und überlege dir jetzt, wie du dir die Leinenführigkeit deines Hundes wünschst.

Damit eure Spaziergänge dauerhaft entspannt werden braucht es für den Start einige klare Eckpunkte. Nur so kann dein Hund verstehen, an welcher Position er laufen soll, wie sehr die Leine gespannt sein darf und wie sehr er auf dich achten soll. Erst wenn du eine genaue Vorstellung davon hast, wie die Leinenführigkeit für dich aussieht, kannst du es deinem Hund auch beibringen. Und ihr könnt euch gemeinsam an die festgelegten Eckpunkte halten.

Die ersten Trainingsschritte dafür gibt’s im nächsten Blogartikel.

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