Die letzten wochen hast du mit deinem Welpen fleißig trainiert. Die Leinenführigkeit wurde jeden Tag ein kleines bisschen besser. Du hast dich auf entspannte Spaziergänge gefreut.
Und nun? Plötzlich zieht dein Hund wieder an der Leine. Dabei lief es doch schon so gut. Und du fragst dich: Was hab ich nur falsch gemacht?
Lass uns in diesem Blogartikel mal auf die 3 häufigsten Fehlerquellen schauen. Vielleicht ist auch deine dabei.
Klarheit und Konsequenz
Hast du noch ein klares Bild davon, wie es aussehen soll, wenn dein Hund leinenführig bei dir läuft? Oder hat sich diese Vorstellung mittlerweile verändert?
Weißt du immer noch, in welchem Bereich um dich herum dein Hund laufen darf, wie stark er an dir orientiert sein soll und wie weit die Leine durchhängen soll?
Falls nicht, schau nochmal in meinen Teil 1 der Blogreihe und lege alles genau für dich fest. Und keine Sorge: Wenn du während des Trainings feststellst, das etwa doch nicht so gut für euch funktioniert, dann kannst du es dann natürlich auch noch ändern.
Es ist einfach wichtig, dass du erst einmal ein Bild davon hast, wie es aussehen soll. Nur dann kannst du deinen Hund auch anleiten, was ‚richtig‘ und ‚falsch‘ ist.
Und bist du immer noch konsequent, wenn es darum geht, deinem Junghund zu erklären, was du von ihm erwartest? Oder hat sich mit der Zeit ein bisschen Nachlässigkeit eingeschlichen?
Anfangs hast du das Training bewusst in kleinen Schritten aufgebaut und euch kurze, ruhige Wegstrecken gesucht. Dann wurden ein paar Schritte Leinenführigkeit belohnt und dann ging es weiter.
An diesem Punkt packt uns häufig Ehrgeiz. Und wir wollen mit unseren Hunden die Strecken zu schnell verlängern. Manchmal klappt das ganz gut. Und wenn es dann gut läuft, lassen wir es schleifen. Ganz nach dem Motto „Klappt doch, also sind wir fertig damit.“
Hier verstecken sich zwei Fehler im Doppelpack. Durch das zu schnelle Training, kann sich bei deinem Junghund das gelernte nur schwer festigen. Und alles was er lernt, ist dadurch sehr anfällig für Störungen, wie die Pubertät. Und sobald es läuft werden wir nachlässig und lassen viel mehr durchgehen als wir es im Training gemacht haben. auch dadurch wird die Leinenführigkeit auf Dauer wieder schlechter.
Viel zu viel von allem
Im eigenen Garten und auf den bekannten Gassirunden klappt es mit der Leinenführigkeit. Dann kann’s ja jetzt in die Innenstadt gehen – schließlich hat dein Junghund verstanden, wie es geht. Da wird dann jetzt auch alles andere klappen.
Doch da muss ich dir sagen: STOP!
Auch beim Thema Ablenkungen ist Geduld angesagt. Wenn es ganz ohne Ablenkungen im eigenen Garten und wenig Ablenkung auf den bekannten Gassirunden gut läuft sind wir in der Regel sehr motiviert und wollen schnell ‚mehr‘. Doch das ist meist zu schnell zu viel. Und wir machen uns und unseren Hunden damit das Leben schwer.
An diesem Punkt im Training ist Impulskontrolle auf beiden Seiten der Leine gefragt. Wenn unsere Hunde zu schnell mit sehr großen Ablenkungen, wie anderen Hunden oder vielen Menschen und Gerüchen in der innenstadt konfrontiert werden, dann wird’s schwierig, dass sie an lockerer Leine weiter bei uns laufen.
Hier gilt: Die Ablenkungen langsam steigern.
Vom Garten auf die bekannten Gassistrecken. Dann die Gassistrecken Stück für Stück ändern. Und dann an ruhigen Tagen in die Innenstadt. Und das auch erstmal nur für ein paar Minuten. Gut dosiertes, kostantes Training schlägt hier die Holzhammer-Methode um Längen.
Die Pubertät
Kaum hat man das Gefühl, es geht gut voran und der kleine Welpe löernt wirklich gut, kommt sie um die Ecke. Die Pubertät.
Und mit ihr täglich mehrfach die Frage „Kann er das gerade wirklich nicht mehr oder will er einfach nur nicht?“.
Die Pubertät deines kleinen Welpen nimmt einen riesigen Einfluss auf seine Leistungsfähigkeit. Und darauf, wie gut er das bereits gelernte abrufen kann. Plötzlich gibt es so viele neue, spannende Dinge und Gerüche zu erkunden. Die Ablenkungen um ihn herum explodieren in ihrer Anzahl nahezu. Und das macht euer Training schwieriger. Und auch die bisher gelernte Leinenführigkeit wird auf die Probe gestellt.
Was hilft? Viel Geduld und deinem Hund nochmal erklären, was du von ihm erwartest.
Du hast noch Fragen oder wünschst dir Hilfe beim Training?
Dann schau dir gerne unsere Trainingsangebote an.
Nina


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