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Zughundesport: Ein Überblick für Einsteiger nicht nur in Itzehoe und Elmshorn

von | Mrz 12, 2021 | Hund, Training

Lesedauer: 8 Minuten

In diesem Blogartikel findest du Antworten auf viele typische Anfänger-Fragen zum Zughundesport.

Viele denken beim Zughundesport immer noch an den klassischen Schlittenhundesport – viele Siberian Huskies oder Alaskan Malamutes, die einen Schlitten durch endlose Schneelandschaften ziehen.

Doch der Zughundesport hat viel mehr als das auf Lager. Und so vielfältig wie der Zughundesport ist, so viele Möglichkeiten bieten sich auch für die unterschiedlichen Hundetypen. Je nach Rasse, Alter und Gesundheit ist für (fast) jeden etwas dabei. Und auch für jede Umgebung, ganz gleich ob in Itzehoe, Elmshorn oder ganz woanders, findet sich der richtige Sport. Schnee wird nicht gebraucht.

Jedes Mensch-Hund-Team findet den Sport, der zu ihnen passt und woran Mensch und Hund Spaß haben.

Zughundesport Einsteiger Itzehoe Elmshorn

Die kurze Antwort: ‚Eigentlich so gut wie alle‘. Nur alle plattnasigen Hunde sind leider davon ausgenommen, darauf gehe ich im nächsten Kapitel noch näher ein.

Natürlich kann der kleine Chihuahua nicht den 15kg schweren Scooter plus das 80kg Herrchen ziehen. Und auch 3 Beagle sind nicht in der Lage einen großen Trainingswagen samt ihrem Frauchen zu ziehen.

Aber der Chihuahua kann trotz seiner kleinen Größe viel Spaß im Canicross haben und die Beagle, einzeln oder allesamt, vor Scooter oder Bike gespannt können mit Frauchens Hilfe ordentlich durch Wald und Wiesen pesen.

Wichtig ist immer, dass das Verhältnis zwischen der ausgewählte Zughundesportart (mehr dazu findest du weiter unten) und dem Mensch-Hunde-Team stimmt.

 

Zughundesport Einstieg Itzehoe Elmshorn

Zughundesport, aber gesund! Voraussetzungen für Hund & Halter*in

Wie schon in meinem Blogartikel zum Fitnesstraining mit Hund angesprochen, ist es wichtig, dass dein Hund fit und gesund ist, wenn ihr mit dem Zughundesport starten wollt.

Wenn Du dir nicht sicher bist oder schon weißt, dass dein Hund z.B. Herz-Kreislaufprobleme oder Lungenprobleme hat, dann sprich unbedingt mit deinem Tierarzt, ob der ausgesuchte Sport das richtige für deinen Hund ist.

Auch bei Veränderungen im Gangbild solltest Du mit eurem Tierarzt sprechen.

Das Gleiche gilt übrigens auch für dich. Im Zweifelsfall frag‘ deinen Arzt besser einmal zu viel als zu wenig. Tut auch gar nicht weh – weiß ich aus Erfahrung. Ab einem Alter von 35 Jahren rate ich dir, besonders nach längeren Sportpausen, unbedingt zu einem Check-Up bei deinem Arzt.

Besondere Vorsicht ist bei allen bachyzephalen Rassen geboten. Die Atemwegsprobleme bis hin zum brachyzephalen Syndrom (stark eingeschränkte Belastungsgrenze, Atemnot, schnelle Überhitzung) treten leider immer häufiger auf. Ein Hund, der kaum Belastungen aushält, schnell Atemnot bekommt und überhitzt sollte, aus meiner Sicht, definitiv nicht im Zughundesport geführt werden.

Wenn ihr also beide fit und munter seid, ist die nächste kleine Hürde das Alter deines Hundes. In der Regel sollten Hunde für den Start im Zughundetraining mindestens 12 Monate alt sein, bei Riesenrassen wird geraten noch weitere 6 Monate zu warten, bevor die Hunde das erste Mal im Zug laufen.

Wieso die Altersgrenze?

Während unsere Hunde wachsen sind ihre Knochen noch relativ weich und auch die Bänder und Sehnen haben noch nicht ihre volle Stabilität erreicht. Wenn nun durch den Zughundesport zu früh zu große Belastungen auf die Knochen, Bänder und Sehnen einwirken, kann es zu Verletzungen und Belastungsschäden kommen. Und das wollen wir ja verhindern, um die nächsten Jahre noch lange und dauerhaft Spaß mit unseren Hunden am Sport zu haben.

Röntgenbild eines Welpen und eines ausgewachsenen Hund – man kann hier gut sehen, dass die Wachstumsfugen (growth plates) beim Welpen noch offen und die Knochen allgemein durchscheinender und damit weniger fest sind als die des erwachsenen Hundes. Quelle: www.puppyculture.com

Dein Hund ist noch nicht alt genug, aber du möchtest doch schon so gerne etwas in Richtung Zughundesport tun? Dann übe schon mal die Richtungskommandos!

Ich nutze rechts, links, voran und habe sie meinen Hunden auf unseren normalen Runden beigebracht.

Das Wetter

Für viele Zughundesportarten benötigen wir keinen Schnee. Möglichst kalt darf es aber trotzdem sein. Der Zughundesport ist KEIN Sommersport. Die Hauptsaison beginnt Ende September und endet meist gegen Ende April.

Die Temperaturen liegen am besten unter 15°C. Auch ein Blick auf die Luftfeuchtigkeit, Windverhältnisse, wie stark die Sonne scheint und wo ihr entlang lauft oder fahrt ist wichtig. Hier kann ein*e erfahrener Trainer*in dich ausführlich beraten.

 

Die Zughundesportarten

Für den Einstieg in alle Zughundesportarten empfiehlt es sich einige Trainingsstunden bei erfahrenen Trainer*innen zu buchen. Bei mir findest du alle Infos zur Terminbuchung hier.

Dog-Hiking

Das Dog-Hiking oder einfach ‘Wandern mit Hund’ eignet sich für alle Hunde, die gerne etwas gemütlicher unterwegs oder schon etwas älter sind. Auch für den Sommer, wenn es zu warm für Canicross ist, kann es eine tolle Alternative sein.

 

Canicross

Canicross ist für alle geeignet, die schneller unterwegs sein wollen und gerne laufen. Wichtig ist dabei das Verhaltnis zwischen dem Körpergewicht von Hund und Halter*in und wie schnell ihr unterweg seid. Ist euer Hund viel schneller als ihr, kann es schnell keinen Spaß mehr für euren Hund machen.

 

Bike-Jöring

Noch schneller als im Canicross seid ihr mit dem Bike untwerwegs. Hier sollte euer Hund gut und gerne 5kg auf die Waage bringen.

 

Dog-Scootern

Für den Dog-Scooter sollte der Hund mindestens 15kg wiegen. Ihr unterstützt hier zwar den hund, wie beim Bike-Jöring, aber die Hilfe ist doch eher ‘ruckartig’ und da darf der hund gerne ein wengi was ‘entgegenzusetzen haben.

 

Und natürlich geht’s auch mit Ski, Kick-Spark oder Schlitten, wenn wir denn mal genug Schnee bekommen.

 

Die passende Ausrüstung für den Zughundesport

Bei der Ausrüstung ist es wichtig, dass das Zuggeschirr eurem Hund richtig gut passt. Hier ist es zu empfehlen, dass du dich in einem Fachhandel oder bei einem Zughundetrainerberaten lässt.

Bei mir kannst du dir dafür auch Termine buchen.

Der Laufgurt

Es gibt Canicross-Laufgurte in unterschiedlichen Varianten. Mit oder ohne Beinschlaufen, einige haben nur einen breiten Zuggurt und sitzen etwas höher am Po. Andere haben zwei Gurte, einen damit der Gurt an Ort und Stelle bleibt und einen weiteren, an dem der Hund zieht.

Die Aufgabe des Gurtes: Den Zug, den dein Hund auf dich ausübt richtig auf deinen Hüftbereich verteilen, damit ihr beide schön schnell durch den Wald laufen könnt und Du dich dabei nicht verletzt.

Aus Erfahrung kann ich nur die letztere Zuggurt-Variante wirklich empfehlen, da sich hier der Druckpunkt richtig positionieren lässt, sodass deine Wirbelsäule optimal geschützt ist. Sitzt der Gurt zu hoch und dein Hund zieht im Lauf ordentlich nach vorn wird deine Wirbelsäule stark belastet. Das sollte unbedingt vermieden werden.

Sitz der Gurt zu weit unten oder rutsch ohne Zug nach unten kannst du dich darin verheddern und stolpern. Das sollte natürlich auch nicht passieren.

Das Zuggeschirr

Während der Zuggurt deine Wirbelsäule schützt, schützt das Zuggeschirr beim Hund vorallem seine Luft- und Speiseröhre, sowie die Blutgefäße und Nerven im Halsbereich. Ein gutes Zuggeschirr sitzt so, dass der Hund beim Ziehen keine Probleme hat Luft zu bekommen und der Halsbereich nicht abgeschnürt wird. Der Druck wird über die spezielle Form der Geschirre über den Brustbereich nach hinten abgeleitet.

Auch Zuggeschirre gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten. Die gängigsten sind X-Back-Geschirre, wie man sie von den traditionellen Schlittenhunden kennt; H-Back-Geschirr die dem X-Back sehr ähnlichsehen, aber eher für Hunde mit einem quadratischem Brustkorb/ Körperbau geeignet sind und Kurzgeschirre, die häufig bei kleinen Hunden verwendet werden.

Zusätzlich zum Zuggeschirr ist auch ein Halsband am Hund immer gut, um ihn in Gefahrensituationen nah bei sich halten zu können.

Die Jöringleine

Die Jöringleine stellt das Bindeglied zwischen deinem Zuggurt und dem Zuggeschirr deines Hundes dar. Es ist eine Leine mit einem eingebauten Ruckdämpfer, meist so um die 2 m lang. Es gibt sie, wie die normalen Führleinen auch, in unzähligen Farben und Varianten.

Je nach Hersteller gibt es Unterschiede in der Stärke der Ruckdämpfer. Einige bieten unterschiedliche Varianten je nach Gewicht des Hundes an, andere nicht. Es gibt auch Jöringleinen, mit denen man mit 2 oder 3 Hunden gleichzeitig laufen kann.

Noch Fragen?

Melde dich gerne für ein Erstgespräch an, in dem wir schauen, ob der Zughundesport das richtige für dich und deinen Hund ist oder buche dir einen Trainingstermin bei mir.

Ich freu’ mich von dir zu hören!

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