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Den richtigen Hund finden – Ein Leitfaden für Familien und Anfänger

von | Okt 2, 2022 | Mensch & Hund

Lesedauer: 9 Minuten

Endlich steht es fest: Ein Hund soll einziehen!

Doch, welche der über 400 Hunderasse soll es sein?

Gibt es Hunde, die besonders für Familien oder Singles geeignet sind? Welche Hunde passen zu Ersthundehaltern und wie wählt man überhaupt den richtigen Hund aus?

Das schauen wir uns in diesem Blogartikel einmal ausführlich an. Dazu gibt’s dann auch noch zwei kostenlose Checklisten zum Download!

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Mythos Familien- und Anfängerhund

Häufig werden Anfängern oder Familien bestimmte Rassen als ‚Familien- oder Ersthunde‘ empfohlen. Allen voran wohl Labrador und Golden Retriver. Viele dieser Hunde sind zwar leichter zu führen, als andere Hunderassen, aber sie sind nicht per sé die besseren Familien- oder Anfängerhunde. Auch diese Rassen können ungeliebte Marotten entwickeln und ihre Besitzer in den Wahnsinn treiben.

Bei der Überlegung, welche Hunderasse es werden soll ist die Auswahl so individuell wie die Familie, das Pärchen oder die Einzelperson, die den Hund haben wollen.

Es sollten viele unterschiedliche Faktoren Beachtung finden, damit am Ende Halter*in und Hund glücklich sind.

Bist du wirklich bereit für einen Hund?

Oft wird die Entscheidung einen Hund zu sich zu holen lange vor sich her getragen. Man überlegt hin und her. Malt sich unterschiedliche Szenarien aus und am Ende entscheidet doch das Bauchgefühl und man sagt ‚Ja.‘

Hast du wirklich an alles gedacht?

Mit einem Hund, egal welchen Alters, zieht die Verantwortung für ein Lebewesen sein, dass am liebsten sein ganzes Leben bei dir verbringen möchte. Das können, ja nach Rasse, schon mal 15 und mehr Jahre werden.

Natürlich können sich Lebensumstände unvorhergesehen ändern und es bleibt keine andere Option, als dem Hund ein neues zu hause zu suchen, aber das sollte immer die allerletzte Möglichkeit bleiben. Und nicht der einfach Ausweg, weil der Hund irgendwie doch nicht recht ins Leben passt.

Zudem kommt finanziell im Laufe eines Hundelebens so einiges zusammen.

Hundesteuer, Futter und Spielzeug, dazu noch regelmäßig Tierarztkosten für Impfungen und vielleicht auch mal Verletzungen oder Krankheiten. Vielleicht entwickelt dein Hund auch eine Allergie und muss deshalb regelmäßig Medikamente bekommen. Bist du bereit dafür vorab schon Geld zurück zu legen oder eine Tierkrankenversicherung abzuschließen? Tierarztkosten können sich schnell auf mehrere 1000,-€ summieren. Auch eine Haftpflichtversicherung ist in einigen Bundesländern Pflicht.

Kannst du jeden Tag mehrere Stunden Zeit erübrigen, um dich mit deinem Hund zu beschäftigen, ihn zu trainieren und so weiter?

Hast du schon geklärt, wer sich um deinen Hund kümmert, wenn du es mal nicht kannst?

Und wie sieht die Zeit, die ersten WOCHEN, nach dem Einzug des Hundes aus? Kannst du dir da frei nehmen, damit der Hund erst mal nicht alleine in einer völlig fremden Umgebung bleiben muss?

Ganz schön viel zu bedenken, oder? Und das ist lang noch nicht alles. Schau dir gerne meine Checkliste an und prüfe, an welche Punkte du einen Haken machen kannst:

Silvesterangst beim Hund

Der perfekte Hund

Jetzt schauen wir mal, wie dein Hund sein würde, wenn du ihn dir basteln dürftest!

Was erwartest du von deinem Hund?

Was erwartest du vom Zusammenleben mit deinem Hund?

Soll der auf das Haus mit Garten aufpassen und darf dann auch mal Bellen oder soll er lieber die kleine Couchpotatoe sein, die dem Einbrecher hilft den Fernseher raus zutragen?

Erwartest du, dass dich dein Hund zu allen möglichen Terminen an vielen unterschiedlichen Orten begleitet oder soll er auch mal entspannt zu hause warten können, bis du wieder zu hause bist?

Willst du sportlich mit deinem Hund gemeinsam aktiv sein oder reichen euch die ausgedehnten Spaziergänge im Park?

Darf er einen starken Charakter haben und deine Signale auch mal in Frage stellen oder soll er eher der Hund sein, der dich machen lässt und es liebt, wenn du klipp und klar sagst, was zu tun ist?

Es wird aufregend in eurem Leben und viel Trubel findet um euch herum statt. Hast du die Nerven dazu einem aufgeweckten Hund in solchen Situationen zu helfen sich zu entspannen? Oder möchtest du eher den kleinen Buddha unter den Hunden, den nichts so schnell aus der Fassung bringt?

Geht’s gemeinsam auf die Jagd in den Wald oder – ersatzweise – auf die Jagd nach Futterdummys oder soll er Hase, Reh & Co. lieber von selbst links liegen lassen?

Je genauer du dir über all diese Punkte im Klaren bist, desto besser! Und am besten schreibst du sie dir auch ganz genau auf!

Kommen wir zum nächsten Punkt.

Was kannst du deinem Hund bieten?

Wo lebst du und wer gehört noch alles zur zukünftigen Familie des Hundes? Steckst du mitten in der Stadt oder eher ländlich? Haus mit Garten oder Wohnung?

Wie lange arbeitest du in der Regel? Muss dein Hund in dieser Zeit alleine sein oder gibt es jemanden, der/die den Hund in dieser Zeit nimmt oder mal ausführt?

Und was passiert, wenn du mal krank bist, vielleicht sogar ins Krankenhaus musst? Ist dann sichergestellt, dass jemand auf deinen Hund aufpasst?

Bist du bereit mit deinem Hund ein gemeinsames Hobby auszuüben? Vielleicht Canicross, Dummytraining oder etwas ähnliches? Hierbei entscheidet vor allem, dein Hund, was ihm Spaß macht. Dabei spielt der ursprüngliche Verwendungszweck deine Hundes eine große Rolle. Jagdhunde, wozu auch der Labrador Retriver und der Golden Retriver gehören, lieben es z.B. häufig mit Dummy-Training oder Sucharbeit ausgelastet zu werden. Schlittenhunde und Windhunde lieben das Rennen in unterschiedlichsten Formen. Es muss nicht jeden Tag der Woche Action sein, aber passende Auslastung ist für deinen Hund wichtig.

Natürlich braucht nicht jeder Hund einen riesengroßen Garten oder Dummy-Training, um glücklich zu sein, aber du solltest schon realistisch einschätzen, zu welchen Aktionen du mit deinem Hund bereit bist und wie du deinem Hund auch Freilauf bieten kannst.

Silvesterangst beim Hund

Das Aussehen

Das ist meist der erste Punkt, über den man nachdenkt, wenn es um das Thema Hund geht.

Hier ist es der letzte Punkt, denn wichtiger als das Aussehen sind eben die Dinge, die du von deinem Hund erwartest und die du ihm bieten kannst.

Wenn du die Punkte oben klar benannt hast und vielleicht schon einige Rassen, die du optisch toll findest, im Kopf hast, kannst du nun schauen, wie diese Rassen mit deinen Vorstellungen zusammen passen.

Dafür ist es hilfreich, z.B. online, wie bereits geschrieben, den ursprünglichen Verwendungszweck der Hunderasse zu recherchieren und zu schauen, ob die Charakterbeschreibung mit deinen vorher notierten Erwartungen und dem was du zu bieten hast, zusammen passt.

Natürlich sind die Charakterbeschreibungen immer das Ideal dieser Hunderasse und nicht in Stein gemeißelt. Es bietet sich an mit Hundehaltern dieser Rasse zu sprechen. Auch Hundetrainer*innen helfen gerne bei der Auswahl der passenden Hunderassen weiter.

Ganz wichtig: Rassespezifische Krankheiten

Bei der Auswahl der Hunderasse solltest du einen ganz wichtigen Punkt nicht außer Acht lassen: Sobald du einige Hunderassen zur Auswahl hast informiere dich über rassespezifische Krankheiten.

Sicherlich hast du, wenn du dich schon länger mit dem Thema Hund beschäftigst, schon mal etwas von HD (Hüftgelenksdysplasie) und ED (Ellgobendysplasie) gehört. Aber daneben gibt es noch eine ganze Menge andere Krankheiten, die bei einigen Hunderassen verstärkt auftauchen.

Dazu hier einige Beispiele:

 Dilatative Kardiomyopathie beim Dobermann

 Offene Fontanellen bei Chihuahua und anderen sehr kleinen Hunden. Sogenannte Teacup Hunde fallen zudem auch unter die Qualzuchten.

 Brachyzephales Syndrom (Atemnot, zu große Gaumensegel, schlechte Belastungstoleranz, etc.) bei allen brachyzephalen also plattnasigen Hunden

 Gelenkprobleme wie Arthrosen in frühem Alter bei Riesenrassen

 MDR1-Gendefekt bei Collie, Sheltie & Co.

 Hautprobleme bei Hunderassen, wo das Dilute-Gen eingekreuzt wurde, um silberne, champganerfarbene oder blaue Fellfarbe zu erzeugen

 Hautprobleme und Augenrpobleme durch übermäßige Faltenbildung, z.B. beim Shar-Pei oder Chow Chow

Diese Auflistung ist noch lange nicht abschließend. Auch hier können die Hundetrainer*innen helfen. Und mit Sicherheit werden auch Tierärzte gerne Auskunft geben. Das kostet vorab dann vielleicht ein wenig Geld, kann dir aber teure Tierarztrechnungen später ersparen.

Silvesterangst Hund

Hier zwei negativ Beispiele, wie es bitte nicht aussehen sollte: Links ein Mops mit extremst verengten Nasenlöchern und starker Faltenbildung. Die Augen treten aus den Augenhöhlen hervor. Links: Ein Mastiff mit starken Hautfalten, deren Gewicht die Augenlieder nach unten zieht und so für permanent gereizte Augen sorgt, die zudem schnell entzündet und nur schlecht vor Umwelt geschützt sind.

Wie du den richtigen Züchter findest und was beim Einzug des Welpen zu beachten ist, darüber schreibe ich im nächsten Blogartikel!

Falls du noch Fragen hast oder Hilfe bei der Hundeauswahl benötigst, melde dich bei mir.

Nina

>> Jede*r denkt er hat den schönsten Hund. Und alle haben sie recht.<<

Nina Hammig
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