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Ein Hund zieht ein: Diese 3 Fragen solltest du vorher klären

von | Feb. 28, 2026 | Entspannter Alltag mit Hund

Lesedauer: 6 Minuten

Wie groß soll er sein, was möchte ich mit ihm machen? Rüde oder Hündin und wie alt soll er denn sein? Das sind meist die Dinge, die einem als erstes in den Kopf kommen, sobald man darüber nachdenkt einen Hund in die Familie aufzunehmen.
Dabei gibt es meiner Erfahrung nach 3 andere und viel wichtigere Frage, die du dir vor allen anderen stellen solltest.

Hast du genug Zeit für einen Hund?

Die Zeit, die ein Hund in Anspruch nimmt, wenn er bei uns einzieht, wird häufig massiv unterschätzt, das sage ich als Hundetrainerin und Hundehalterin von zwei Hunden. Und das ist unabhängig davon, ob ein Welpe oder ein älterer Hund, vom Züchter oder aus dem Tierheim einzieht. Wenn man vorher keinen Hund hatte, denkt man schnell der Hund würde – zumindest nach der Eingewöhnungsphase – einfach so im Alltag mitlaufen. Er kann ja mit ins Büro und in der Mittagspause wollte man ja schon immer spazieren gehen. Nun hat man endlich einen Grund dafür. Und gekuschelt wird abends gaz gemütlich auf der Couch, wenn die Lieblingsserie geguckt wird. Alles ganz einfach.

Aber ist das wirklich so einfach? Schauen wir uns das doch mal am Beispiel eines meiner Hunde an:
• Nero (Eurasier, 8 ½ Jahre alt), steht morgens mit uns auf
• Dann bekommt er Frühstück. Für die Vorbereitung brauche ich Zeit und er muss in Ruhe fressen dürfen – benötigte Zeit: 10 – 15 Min.
• Dann gehts auf die erste Runde. Natürlich muss ich ihn dafür erst mal mit Geschirr, Halsband und Leine ausstatten und das hinterher auch wieder ausziehen – benötigte Zeit, inkl. der Runde: 45 – 60 Min
• Der Vormittag verläuft für Nero meist recht verschlafen
• Um die Mittagszeit gibt es eine weitere, größere Runde – benötigte Zeit, inkl. der Vorbereitung: 60 -90 Min
• Nach der Runde möchte Nero beschäftigt werden. Er sucht liebend gern Kekse oder löst kleine Aufgaben – benötigte Zeit: 20 – 30 Min.
• Dann steht das Abendessen an – benötigte Zeit inkl. Zubereitung: 10 – 15 Min.
• Am Abend gibt es eine dritte kleine Runde – benötigte Zeit: 30 – 45 Min.
• Abends gehts dann gemeinsam auf die Couch und später ins Bett

Insgesamt komme ich so auf einen täglichen Zeitbedarf von min. 3 Stunden, eher aber 4 Stunden. Und das ist nur ein absolut durchschnittlicher Tag. Zeiten für Tierarztbesuche und seine Versorgung sollte er mal krank sein, Fellpflege, Social Walks und Ähnliches, sind dabei gar nicht bedacht.
Mit einem noch nicht stubenreinen Welpen kann man locker noch mal 2 bis 3 Stunden draufpacken. Nur, um die Wohnung sauber zu halten und den Welpen oft genug nach draußen zum Lösen zu bringen. Bei Hunden im Seniorenalter steigt der Pflegeaufwand ebenfalls häufig wieder an.
Solltest du zukünftig diese Zeit nicht dauerhaft investieren wollen oder können, solltest du dir das mit dem Hund noch mal gut überlegen. Hunde haben leider keine Wahl, ob sie bei uns einziehen oder nicht. Darum sollten wir die Verantwortung übernehmen und gut überlegte Entscheidungen treffen. Und da gehört die Zeit-Frage grundlegend dazu.

Hast du genug Geduld für einen Hund oder bist du bereit dazu zu lernen?

Ein Hund, der sich in einem für ihn neuen Zuhause zurechtfinden soll, benötigt Geduld. Es gilt für ihn nicht nur uns als Menschen kennenzulernen. Auch Tagesabläufe wollen gelernt werden und vielleicht ist er auch mit dem Straßenverkehr oder anderen alltäglichen Dingen gar nicht vertraut.
Häufig sind mit dem Einzug unseres Hundes gewisse Erwartungen verbunden. Mal soll der Tierschutz-Hund nach 3 Monaten bereit sein mit uns gemeinsam zum Agility zu gehen oder der Welpe muss es schaffen nach 6 Wochen doch bitte wenigstens 4 Stunden alleine zu bleiben.
Schaffen es die Hunde unsere Erwartungen zu erfüllen, ist alles perfekt. Andernfalls sind Frust, Unverständnis und große Ungeduld vorprogrammiert. Er muss doch endlich mal vernünftig angekommen sein nach 3 Monaten, so hatte man sich das nicht vorgestellt. Der Hund muss funktionieren, wie man sich das vorgestellt hat. Und das am besten sofort.
Hunde geben sich große Mühe, sich in ihrer neuen Welt zurechtzufinden. Fehlen ihnen die passende Hilfestellung und die passenden Werkzeuge dafür, wird es allerdings schwer für sie. Und als wäre das noch nicht stressig genug, verschlimmert Ungeduld die Lage für sie in der Regel nur noch mehr.
Je nach Hundecharakter kann sich auch das Training zäh anfühlen. Man kommt mit dem eigenen Hund kaum von der Stelle, wo es andere Hunde nach der dritten Wiederholung verstehen, was bei „Sitz“ passieren soll.
So gerne wir es in vielen Moment möchte, dass etwas schneller funktioniert (ich hasse dieses Wort in Bezug auf alle Lebewesen, es sind keine Maschinen, also gibt es nichts wo sie funktionieren müssten), es wird sich durch unsere Geduld nichts verbessern.

An dieser Stelle bleiben nur zwei Optionen:
1. Ich habe ausreichend Geduld
oder
2. Ich bin bereit an mir selbst zu arbeiten und Geduld zu lernen.
Das geht wunderbar, weiß ich aus eigener Erfahrung. Man muss sich nur darauf einlassen wollen und bereit sein, das eigene Verhalten und die eigenen Erwartungen zu reflektieren. Ja, das kann unangenehm sein. Aber für mich ist und bleibt nahezu unendliche Geduld und Beharrlichkeit eines der größten Geschenke, die meine Hunde mir gemacht haben.

 

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Hast du genug Geld für einen Hund?

Zu guter letzt das liebe Geld … wenige sprechen darüber und doch musst du dir die Frage stellen: Kann ich mir einen Hund leisten?
Das Wichtigste dabei ist eine ehrliche Antwort.
Einmalig sind da die Anschaffungskosten des Hundes selbst und die Erstausstattung mit einer breiten Varianz von wenigen 100,-€ bis mehrere 1000,-€. Wichtiger sind die monatlich wiederkehrenden Kosten.
Je nach Hundegröße und Futterauswahl kann allein das Futter schon bei 50,- – 100,-€ monatlich liegen. Hinzu kommen dann Kleinigkeiten wie neue Spielzeuge, Halsbänder, Geschirr und Leinen, die man meist nicht monatlich neu kauft. Der Einfachheit halber lege ich die Kosten mit ca. 20,-€ auf den Monat um.
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist nicht in allen Bundesländern Pflicht, jedoch unbedingt zu empfehlen. Sie übernimmt viele Schäden, die Hunde anrichten können. Von der angeknabberten Jacke bis hin zum Autounfall, weil dir die Leine aus der Hand gefallen und dein Hund auf die Straße gelaufen ist. Es gibt nahezu nichts, was mit einem Hund nicht passieren kann. Die monatlichen Kosten liegen meist im Bereich um die 15,-€.
Der am häufigsten unterschätzte Kostenpunkte sind Tierarztkosten. Durch immer bessere Versorgung der Tiere, gestiegene Kosten und faire Löhne aller Angestellten muss ein Tierarzt angemessene Preise nehmen. Diese sind in der sog. Gebührenordnung für Tierärzte festgelegt.
Eine Impfung inkl. der notwendigen Untersuchung vorab kostet rund 100,-€, in dem Rahmen liegen meist auch auch die kosten bei kleineren Probleme, wie z.B. Magen-Darm. Notwendige Operationen können schnell 1500,-€ und mehr kosten.
In diesem Fall hast du entweder ausreichend große Rücklagen für solche Fälle oder – und das würde ich dringend empfehlen – eine Tierkrankenversicherung. Diese gibt es mittlerweile von vielen unterschiedlichen Anbietern. Die monatlichen Kosten berechnen sich je nach Rasse & Alter des Hundes und des Umfangs der Versicherung. Von einer reinen OP-Versicherung bis hin zur Voll-Krankenversicherung ist alles möglich. Preislich beginnen die meisten Versicherung bei um die 50,-€ monatlich.
Falls du jetzt den Gedanken haben solltest, eine Tierkrankenversicherung kannst du dir nicht leisten, dann lass dir gesagt sein: Keine Tierkrankenversicherung kannst du dir in dem Fall erst recht nicht leisten.

So kommen wir im Minimum auf 135,-€ monatliche Kosten für einen Hund. Das ist das absolute Minimum. Kosten für eine Hundeschule bei Problemen mit dem Hund oder Hundesport sind noch nicht mal mitgedacht.
Fakt ist: Ist dieser minimale finanzielle Spielraum schon nicht vorhanden, sollte aus meiner Sicht, kein Hund einziehen. Denn dann wirds im Fall der Fälle nicht nur für den Hund eng, sondern für dich sehr stressig.
Am Ende wollen wir doch alle das Gleiche für unsere Hunde, es soll ihnen gut gehen. Damit das zuverlässig und auf Dauer gewährleistet ist, sind ausreichend Zeit im Alltag, Geduld und auch der notwendige finanzielle Spielraum aus meiner Sicht unverzichtbar.
Nur mit dieser soliden Grundlage kann es ein entspannter Alltag mit Hund werden.

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