Die Entscheidung ist gefallen: Der Zeitpunkt passt, die 3 wichtigsten Fragen sind geklärt und du bist bereit, einen Hund aufzunehmen.
Jetzt wird es wirklich spannend: Es gibt noch einige weitere Fragen zu klären. Welche das sind, schauen wir uns in diesem Blogartikel genauer an.
Chihuahua und Dogge? Couch-Potato oder Rampensau?
Es gibt mehr als 400 anerkannte Hunderassen. Da sind die ganzen Mischlinge noch nicht einmal mitgezählt. Es steht dir eine schier unglaubliche Auswahlmöglichkeit zur Verfügung. Um da einen Anfang zu finden hilft es, sich erst mal zu überlegen, wie groß und schwer dein zukünftiger Hund sein soll.
Bei dieser Frage kommt es zum einen auf den vorhandenen Platz an. Mit einem Bernhardiner in einer 50qm²-Wohnung im 3.Stock eines Hochhauses könnte es, sagen wir mal „gemütlich“ werden. Ganz davon abgesehen, dass das viele Treppensteigen für einen so schweren Hund spätestens im Alter mit großen Problemen verbunden sein wird. Mit einem Alaska Malamute macht ein Garten vieles einfacher, denn sie sind sehr gerne draußen. Auch ohne uns. Ohne Garten bedeutet das meist, dass du mit deinem Hund sehr viel Zeit draußen verbringen wirst. Das machst du sowieso? Na dann, passt es ja.
Wichtig bei der Auswahl der Rasse oder des Mischlings ist ebenso, was du zukünftig mit deinem Hund unternehmen möchtest. Soll es ein bestimmtes Hobby wie z.B. Dog-Scooter fahren sein, wirst du mit einem 3kg leichten Chihuahua genauso wenig glücklich wie mit einem 60kg schweren kaukasischem Owtscharka.
Du möchtest auf keinen Fall, dass dein Hund Besuch verbellt? Dann sind deine Chancen mit einem Hund einer aufgeschlossenen Rasse wie Labrador oder Golden Retriever deutlich höher als mit einem Herdenschutzhund.
Hunde sind unfassbar anpassungsfähig. Sie bringen aber auch ihre Genetik, und damit ihren ursprünglichen Einsatzzweck, bei ihrem Einzug mit. Und den sollten wir immer mitdenken. Durch Training lässt sich vieles managen. Aber die Genetik und davon (mit-)bestimmtes Verhalten können wir niemals komplett ausradieren. Wenn wir von einem Hund erwarten so gar nicht seiner Genetik entsprechend zu agieren, legen wir einen Maßstab an, den dieser Hund niemals wird erfüllen können. Da ist Frust bei allen Beteiligten vorprogrammiert.
Ich möchte dir ans Herz legen, dir vor der Entscheidung für eine Rasse Gedanken über diese Punkte zu machen. Dann kannst du dich auch z.B. auf der Seite des VDH über die unterschiedlichen Rassen informieren und sie mit deinen Erwartungen abgleichen.
Ebenfalls wichtig zu bedenken ist, dass alle Extreme für Hunde nicht gut sind und gesundheitliche Probleme mitbringen. Extrem kleine Hunde sind sehr verletzungsanfällig, Hunde mit einem sehr langen Rücken und kurzen Beinen haben häufiger als andere Hunde Rückenprobleme, Hunde mit sehr kurzen Schnauzen Atemprobleme und und und. Je eher ein Hund in seinen Proportionen dem Wolf ähnlich sieht, desto besser ist es für ihn.
Rüde oder Hündin?
Häufig wird angeführt, dass Hündinnen leichter zu erziehen sind als Rüden. Dem kann ich so nicht zustimmen. Besonders in der Pubertät sind Rüden häufig rüpeliger, geben ihren Unmut über unsere Entscheidungen lauthals preis und suchen offen Konflikte, um unsere Führungsqualitäten auf die Probe zu stellen. Aber das tun Hündinnen auch. Sie sind dabei, meiner Erfahrung nach, allerdings subtiler. Wickeln ihre Halter*innen eher um den Finger, um ans Ziel zu kommen, als dass sie rüpelig werden.
Wie in jedem Fall gilt natürlich: Ausnahmen bestätigen die Regel und der Großteil des Verhaltens wird durch den ganz individuellen Charakter bestimmt.
Was allerdings bedacht werden sollte, ist, dass Hündinnen in der Regel etwas kleiner und leichter sind als die Rüden der gleichen Rasse. Besonders bei größeren Rassen kann hier der Unterschied schnell bei mehreren Kilogramm Körpergewicht und Zentimetern Schulterhöhe liegen.
Welpe, erwachsener Hund oder Senior?
Eine weitere Überlegung ist, natürlich, ob ein Welpe , ein erwachsener Hund oder gar ein Senior einziehen soll.
Jedes Alter hat hat Vor- & Nachteile.
Ein Welpe muss noch viel lernen und die ganze Welt kennenlernen, das ist mit viel Zeitaufwand verbunden und kostet auch Nerven. Man glaubt gar nicht, auf wie viel Blödsinn Welpen und Junghunde so kommen. Doch gerade wenn es der erste Hund ist, lernt man mit dem heranwachsenden Welpen gemeinsam unheimlich viel. Man wächst für sich selbst, aneinander und gemeinsam als Team.
Erwachsene Hunde haben meist die Grundsignale wie Sitz, Platz & Co. gelernt, was vieles ein wenig einfacher macht. Sie können aber auch einige unerwünschte Verhaltensweisen im Gepäck haben. Doch die kennst du, bei Hunden aus seriösen Quellen, vorher und kannst dich dann bewusst dafür oder dagegen entscheiden. Ältere Hunde haben bereits ihren ganz eigenen Charakter und man kann schnell erkennen, ob man „auf einer Wellenlänge liegt“ oder nicht zusammenpasst. Das ist für viele ein großer Vorteil. Der Trainingsaufwand insgesamt ist bei älteren Hunden stark davon abhängig, was der Hund schon kennt und wie gut du dich bereits mit Hunden auskennst.
Seniorenhunde haben ihren ganz eigenen Charme, sind häufig etwas ruhiger unterwegs und mögen es gemütlicher als die „jungen Wilden“. Je nach Gesundheitszustand variiert der Zeitaufwand für ihre Pflege und auch die Tierarztkosten sollten bedacht werden. Nichtsdestotrotz kann der Einzug eines Seniorhundes eine wundervolle Erfahrung sein.
Auf die Frage Tierschutz oder Züchter gehen wir im nächsten Blogartikel genauer ein. An dieser Stelle nur so viel: Sowohl im Tierschutz als auch bei Züchtern gibt es Hunde nahezu jeden Alters. Seriöse Züchter helfen bei der Weitervermittlung älterer Hunde aus ihrer Zucht, wenn die bisherigen Besitzer die Hunde nicht mehr halten können.
Sobald du diese Punkte für dich überlegt hast, bist du dem Einzug deines (Rasse-)Hundes schon ein ganzes Stück näher gekommen.
Du wünschst dir Hilfe bei der Auswahl? Dann melde dich gerne bei uns. Wir bieten auch Beratungen vor dem Einzug an. Und das sogar deutschlandweit per Online-Meeting.
Beratung vor dem Einzug


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