Ein hohes Jaulen von Nero lies mich auf unserer Runde durch den Schnee aufschrecken. Er setzte seine rechte Hinterpfote auf und zog sie danach direkt wieder hoch. Und schüttelte sie. Ich schaute nach, ob er sich vielleicht etwas in den Pfotenballen gereten hatte. Es war nichts zu sehen. Seine Pfotenballen waren nass vom angetauten Schnee. Ich wischte seine Pfote vorsichtig ab. Dabei fiel mir auf, wie trocken und spröde seine Pfotenballen waren. Und das einiges Salzbrocken vom Streusalz ebenfalls abfielen.
Das war unser erste gemeinsamer Winter. Und ich wusste noch nicht, wie wichtig Pfotenpflege für unsere Hunde im Winter tatsächlich ist.
Hundepfoten – ein wahres Wunderwerk
Die Pfoten deines Hunde sind ein kleines Wunder. Sie tragen ihn überall hin und sind sehr widerstandsfähig. Zugleich sind sie unheimlich empfindsam. Jeder Pfotenballen ist mit unzähligen Nerven durchzogen.
Geschützt werden die Pfotenballen durch eine äußere Hornhautschicht. Darunter liegt eine dicke Schicht aus Bindegewebe und Fett. So sind die Knochen und Gelenke in den Pfoten optimal vor Stößen geschützt.
Damit die Hornhaut ihren Job machen kann – Nerven, Bindegewebe und Fett vor zu starken Umwelteinflüssen schützen – darf sie nicht austrocken.
Endgegner Streusalz
In Wintern mit viel Schnee und Eis treffen die Pfoten deines Hundes auf ihren Endgegner: Streusalz.
Im schlimmsten Fall trocknet die Hornhaut aus, sie wird rissig und verliert ihre Schutzfunktion. Wasser und Salz können in die Risse eindringen und führen zu Schmerzen.
Doch es gibt noch mehr Anzeichen, an denen du erkennen kannst, das etwas nicht stimmt:
- Rötungen oder Schwellungen an den Ballen oder Zwischenzehenräumen
- Kleine Risse, eingerissene Haut oder abgeriebene Stellen an den Pfotenballen
- Häufiges Lecken oder vehementes Putzen der Pfoten
- Verändertes Gangbild, z. B. vorsichtiges Gehen, Hüpfen, Hochheben und hochhalten einzelner Pfoten
Wenn du eine dieser Veränderungen bemerkst, dann ist das kein Grund zur Panik, sondern ein Hinweis genauer hinzuschauen, die Pfoten deines Hundes gut zu pflegen und ggf. eine*n Tierärzt*in aufzusuchen.
Pfotenpflege-Tipps
Damit die Pfoten deines Hundes gut durch den Winter kommen, hier ein paar Tipps:
1. Vor dem Spaziergang:
Besonders an frostigen Tagen kannst du deinem Hund schon vor dem Spaziergang helfen. Creme die Pfoten deines Hundes mit einer fetthaltigen Pfotencreme ein, bevor ihrr das Haus verlasst. Der leichte Fettfilm bildet eine Barriere ggü. dem Streusalz auf den Gehwegen und schützt die Pfotenballen.
2. Während des Spaziergangs:
Selbst wenn dein Hund fröhlich läuft: Vermeide es direkt durch Bereiche zugehen, auf denen viel Streusalz oder Splitt liegt. Auch scharfe Kanten von zerbrochenen Eisflächen können für Hundepfoten unangenehmen werden. Mach am besten mit deinem Hund einen kleinen Bogen drumherum.
3. Nach dem Spaziergang:
Reinige die Pfoten deines Hundes gründlich mit einem feuchten Tuch und schaue nach Rissen oder kleinen Verletzungen an den Pfotenballen. Hin und wieder kannst du bei sehr trockenen Pfotenballen einen guten Pfotenbalsam oder eine leicht fettende Creme auftragen.
Ich liebe den Herbst & Winter, aber es ist eine Zeit, die zusätzliche Herausforderungen für die Hundepfoten mit sich bringen kann.
Wenn wir gut aufpassen und eine Routine für die Pfotenpflege entwickeln, die zu uns und unseren Hunden passt, steht ausgiebigen Runden im bunten Herbstlaub und Schneetreiben aber nichts im Weg.


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