Ist Zughundesport für jeden Hund geeignet?

von | Mrz 12, 2021 | Hund, Training

Heute geht’s darum, welche Hunde für den Zughundesport geeignet sind.

Viele denken beim Zughundesport immer noch an den klassischen Schlittenhundesport – viele Siberian Huskies oder Alaskan Malamutes, die einen Schlitten durch endlose Schneelandschaften ziehen.

Doch der Zughundesport hat viel mehr als das für uns auf Lager. Und so vielfältig wie der Zughundesport ist, so viele Möglichkeiten bieten sich auch für die unterschiedlichen Hundetypen je nach Rasse, Alter und Gesundheit. Es ist also für (fast) jeden etwas dabei.

Jeder Team findet den Sport, der zu ihnen passt und woran Mensch und Hund Spaß haben.

Der Chihuahua vor dem Scooter?

Häufig bekomme ich verwunderte Blicke, wenn ich auf die Frage welche Hunde denn für den Zughundesport geeignet sind mit ‚Eigentlich so gut wie alle‘ antworte.

Natürlich kann der kleine Chihuahua nicht den 15kg schweren Scooter plus das 80kg Herrchen ziehen. Und auch 3 Beagle sind nicht in der Lage einen großen Trainingswagen samt ihrem Frauchen zu ziehen.

Aber der Chihuahua kann trotz seiner kleinen Größe viel Spaß im Canicross haben und die Beagle, einzeln oder allesamt, vor Scooter oder Bike gespannt können mit Frauchens Hilfe ordentlich durch Wald und Wiesen pesen.

Wichtig ist immer, dass das Verhältnis zwischen dem ausgewählten Zughundesport und dem Mensch-Hunde-Team stimmt. Und was den Sport angeht haben wir viel Auswahl!

Walken und Wandern (auch Dog-Hiking genannt), Canicross, mit dem Scooter oder Bike und einem oder zwei Hunden  oder am Trainingswagen oder dem Dog-Trike mit mehreren, größeren Hunden durch Wälder und Felder. So ziemlich alles ist möglich.

Und natürlich geht’s auch mit Ski, Kick-Spark oder Schlitten, wenn wir denn mal genug Schnee bekommen.

 Aber worauf kommt es denn jetzt genau an, was passt und was nicht?

Gesund und munter?

Wie schon in meinem Blogartikel zum Fitnesstraining mit Hund angesprochen, ist es wichtig, dass dein Hund fit und gesund ist, wenn ihr mit dem Zughundetraining starten wollt.

Wenn Du dir nicht sicher bist oder schon weißt, dass dein Hund z.B. Herz-Kreislaufprobleme oder Lungenprobleme hat, dann sprich unbedingt mit deinem Tierarzt, ob der ausgesuchte Sport das richtige für deinen Hund ist.

Auch bei Veränderungen im Gangbild solltest Du mit eurem Tierarzt sprechen.

Das Gleiche gilt übrigens auch für dich. Im Zweifelsfall frag‘ deinen Arzt besser einmal zu viel als zu wenig. Tut auch gar nicht weh – weiß ich aus Erfahrung.

Besondere Vorsicht ist, aus meiner Sicht, zudem bei allen bachyzephalen Rassen geboten. Die Atemwegsprobleme bis hin zum brachyzephalen Syndrom (stark eingeschränkte Belastungsgrenze, Atemnot, schnelle Überhitzung) treten leider immer häufiger auf. Und ein Hund, der kaum Belastungen aushält und schnell in Atemnot kommt sollte, aus meiner Sicht, definitiv nicht in eine fordernden Hundesport geführt werden.

 Wenn ihr also beide fit und munter seid, ist die nächste kleine Hürde das Alter deines Hundes. In der Regel sollten Hunde für den Start im Zughundetraining mindestens 12 Monate alt sein, bei Riesenrassen wird geraten noch weitere 6 Monate zu warten, bevor die Hunde das erste Mal im Zug laufen.

Wieso das so ist?

Während unsere Hunde wachsen sind ihre Knochen noch relativ weich und auch die Bänder und Sehnen haben noch nicht ihre volle Stabilität erreicht. Wenn nun durch den Zughundesport zu früh zu große Belastungen auf die Knochen, Bänder und Sehnen einwirken, kann es zu Verletzungen und Belastungsschäden kommen. Und das wollen wir ja verhindern, um die nächsten Jahre noch lange und dauerhaft Spaß mit unseren Hunden am Sport zu haben.

Röntgenbild eines Welpen und eines ausgewachsenen Hund – man kann hier gut sehen, dass die Wachstumsfugen (growth plates) beim Welpen noch offen und die Knochen allgemein durchscheinender und damit weniger fest sind als die des erwachsenen Hundes. Quelle: http://www.puppyculture.com

Dein Hund ist noch nicht alt genug, aber du möchtest doch schon so gerne etwas in Richtung Zughundesport tun? Dann übe schonmal die Richtungskommandos!

Ich nutze rechts, links, voran und habe sie meinen Hunden auf unseren normalen Runden beigebracht.

Von A wie Affenpinscher…

…bis Z wie Zwergteckel gibt es für alle fitten und gesunden Hunde eine Möglichkeit sich im Zughundesport auszutoben. Nur bewegungsfreudig und Spaß am Arbeiten sollten die Hunde haben und dann kann’s losgehen!

Für die kleineren Rassen bietet sich meist Canicross an, da hier Herrchen und Frauchen fleißig mithelfen und kein zusätzliches Gewicht durch Bike oder Scooter hinzukommen. Auch Walking mit Hund oder Dig-Hiking bietet sich an. Das ist auch für sehr große, schwere Rassen wie z.B. Neufundläner oder Bernhardiner eine gute Möglichkeit im zughundesport zu arbeiten.

 Mit Hunden ab ca. 18kg Körpergewicht kann man dann auch an Bike-Jöring oder Scootern denken – hier ist es wichtig individuell auf das Mensch-Hunde-Team zu schauen und genau zu prüfen, ob der Hund die benötigte Leistung bringen kann, und noch wichtiger bringen möchte.

Spaß und die Sicherheit unserer Hunde sollten für uns immer im Vordergrund stehen.

Probiert euch ruhig, im Rahmen der Möglichkeiten eures Hundes, durch den Zughundesport durch und schaut, was euch am meisten Spaß macht!

 

Nina

 P.S.: Bald kannst Du auch bei mir mit dem Zughundetraining durchstarten!

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